RZkultur

Das Kulturportal der Stiftung Herzogtum Lauenburg

Kontakt

Impressum

Sitemap

Startseite-Aktuelles

Nachrichten

KulturSommer 2010

Kulturkalender

Thema

Interview

Porträt

Niederdeutsch

Künstlerprofile

Institutionen

Kultur und Politik

Kultur und Recht

Kulturdenkmäler

RZgeschichte

RZliteratur

Stiftung

Archiv

Login
Passwort
 

noch nicht registriert?
... [hier]

 
zu unserem Hauptsponsor, der Kreissparkasse Herzogtum Lauenburg
 

Berliner Polit­kabarettist Gerd Hoffmann zu Gast im Amtsrich­terhaus
Das Leben zwischen Durchbrüchen und Gipfeln

Regierung.jpg

Links oder rechts - Hoffmann verteilte Seitenhiebe an alle politischen Parteien

(ea) Schwarzenbek - Quirlig und mit der zu erwartenden Berliner Schnauze trat der Karottenkopf im schwarzen Anzug vor das Grüppchen im Amtsrich­terhaus. Gerd Hoffmann, der seit 1997 auf Tournee geht und fast jedes Jahr ein neues Solo-Kabarettp­rogramm herausbringt, genügte auch eine kleine Schar, um in den unerlässlichen Dialog mit dem Publikum zu treten. Munter plaudernd mit dem Finger in der Wunde spannte er einen großen Bogen von der aktuellen Wirtschafts­krise über die „charismatische Regierungs­mann­schaft“ bis hin zur Gesun­dheits­reform.

Als Herr Lehmann („von den Lehman Brothers“) pries der mimisch, gestisch und intellektuell agile Künstler zunächst ein Aktienpaket an, zu dem niemand nein sagen könne. Allerdings habe er „von Hedgefonds und den ganzen anderen Fonds keine Ahnung – genau wie Peer Steinbrück“, bekannte der Protagonist. Komplizier­theiten nicht zu verstehen und sich trotzdem darüber Gedanken zu machen – das war die Masche, mit der Gerd Hoffmann sein Programm aufzog. Er wollte „es ja nur mal gesagt haben ...“ Die wie mit einem harmonisierenden Zaubermäntelchen durch die Welt fliegende Regierungs­chefin Angela Merkel kriegte ihr Fett genauso ab wie die Opposition und die „charismatische Regierungs­mann­schaft“, u. a. bestehend aus der „Leyen-Predigerin“ (Familien­minis­terin von der Leyen), den „Rächern der Noch-nicht-Angegriffenen“ (Verteidigungs­minister Jung und Innenminister Schäuble) oder Wirtschafts­minister Glos – „sieht so der Aufschwung aus?“

Telefondoc.jpg

Gesun­dheits­reform, 9. Stufe: der Doktor am Telefon ...

Spritzig galoppierte der 49-Jährige von der Finanzkrise zur Innenpolitik, streifte die Dienst­leis­tungen von Bahn und Post, überbrachte mit zynischen Anmerkungen die neuesten Nachrichten aus der Parteien­land­schaft, rühmte die volksnahe Politik der Regierung Merkel („nah am Geld des Volkes“), zitierte die dümmsten Fragen aus dem Einbürgerungstest und wunderte sich darüber, wie schnell zufrieden wir als Bürger doch mit allem sind, was über uns entschieden wird – „dabei sind die Bundes­tagsabgeord­neten eigentlich unsere Angestellten.“ Die Regierungs­bildung in Hessen war natürlich auch ein Thema – klar, dass Hoffmanns Rechenmodelle (unter Einbeziehung der Nichtwähler) zwar ganz unter­schied­liche, aber auf jeden Fall sehr schnelle Ergebnisse erbracht hätten. Der Gesun­dheits­reform widmete der Spötter ein eigenes Kapitel mit Ausblick auf die 7. Stufe eines 9. Abschnittes (Selbstoperation nach Telefonkontakt), hübsch garniert mit Bundeswehr-Auslandseinsätzen, dem für alles passenden Drohstandard (Arbeitsp­latz­verlust) und erstaunlichen Ökobilanzen von Kuh und Kleinwagen.

krise.jpg

Gerd Hoffmann: „Wir haben keine goldenen Zeiten für Kabarettisten“

Ein feines kleines Programm, überzeugend rübergebracht von einem quirligen Profi, der sein Handwerk bestens versteht. Ein guter Griff, wie auch Stiftungs-präsident Volker Pollehn bei der Begrüßung und Verabschiedung betonte. Mit der Zuschauerzahl konnte er zwar nicht zufrieden sein – doch immerhin hatte auch er sichtlich Spaß am Programm.

Noch drei Veran­stal­tungen bietet die Stiftung in diesem Jahr an – hier eine kurze Übersicht:
18.11. „Die Achtund­sech­ziger – Legende und historischer Befund“ – Abendvortrag mit dem Historiker Prof. Dr. Eckardt Opitz (Hamburg), Eintritt 5,- Euro
26.11. „Zeitzeuge Rechtsmedizin: ... und Tote reden doch“ – Lesung mit Diavortrag von Rechts­mediziner Prof. Dr. Volkmar Schneider (Berlin), Eintritt 5,- Euro
5.12. „Die Geister, die ich rief ...“ – schaurig-schöner Balladenabend mit Elmar Nettekoven (Mölln), Eintritt 10,- Euro

(Fotos: Albrecht)

[zurück][oben][drucken]



Newsletter von rzkultur.de

Vöpel,Skulpturen,BahnhofBüchen

Vöpels Skulpturen jetzt am Bahnhof Büchen

Aktuelle Termine:

30. Juli 2010
Währungs­einheiten: 1871 - 1990 - 2002

30. Juli 2010
Land-Landschaften

1. August 2010
10 Jahre Galerie Ma(h)lwerk

Neu im Portal:

Zauber im Nirgendwo

Grenzen: Überwinden oder überschreiten?

Fegefeuer und Himmelreich