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Der Sommer ist da! Mit großen Schritten geht es jetzt auf die Kultur-Höhepunkte in den nächsten Monaten zu. Lassen Sie sich entführen zu magischen Theateraufführungen, in fesselnde Literaturabende oder entspannend-faszinierende Konzerte.
Ob es nun die außergewöhnlich reiche Fülle an Kirchenmusik-Programmen in Mölln, Lauenburg oder Ratzeburg ist, der auch überregional bedeutende Ausstellungs- und Gesprächszyklus „Barlach-Kollwitz“ oder der Auftakt für den Kultursommer am Kanal 2010 - überall im Kreis Herzogtum Lauenburg sind die Angebote verblüffend reichhaltig und die Kulturin­teres­sierten haben die berühmte „Qual der Wahl“.
Um Ihnen, liebe Leser, die individuelle und ganz private Programmp­lanung zu erleichtern, finden Sie verstärkt für die Kultursommer-Wochen in rzkultur alle Termine, Hintergrund-Reportagen und eine Fülle von Fotos, die Lust auf „mehr“ machen!
Wo Sie Termine und Informationen finden können? Nun, in unserem Kultur-Kalender und dem speziellen Kalender nur mit Terminen des Kultursommers steht Wissenswertes. Diese Lektüre lohnt immer!
Also, wir wünschen nicht nur saisonalen Genuss bei Kirschtorte, Erdbeeren mit Sahne und Maränen-Bufett, sondern auch viel Freude bei den anstehenden Kultur-Events im schönen Herzogtum!

Ihre
Brigitte Gerkens-Harmann

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Ruairidh (sprich: Roary) Wilkinson (24) präsentierte in Anker seine Performance „Under the bridge“ .

Performance „Under the Bridge“:
Schmetterling aus Edinburgh

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In Turnhose und T-Shirt stieg Ruairidh Wilkinson in seine Schmet­terling­spuppe ein.

Anker (ea). Pupation and emergence of a butterfly – das Verpuppen und Schlüpfen eines Schmetterlings – versinn­bild­lichte der 24-jährige Schotte Ruairidh (sprich: Roary) Wilkinson mit seiner Performance am letzten Juli-Sonntag unter der Kanalbrücke in Anker. Dreimal an diesem Tag schlüpfte der schlanke Edinburgher in die Rolle des Schmetterlings, dessen Metamorphose die an moderner Ausdruckskunst interessierten Zuschauer vom nahen Radweg am Ufer aus geduldig und gebannt verfolgten.

Schon seit längerem hatte der junge Künstler, der im vergangenen Jahr sein Studium an der Kunsthoch­schule Manchester mit Auszeichnung abschloss, das Projekt Verpuppung vorbereitet. Nach detaillierten Recherchen bei Lepidop­terologen (Schmet­terlings­kundlern) baute er sich das realitätsgetreue Modell eine Schmet­terling­spuppe nach und nähte nach diesem Vorbild mit eigener Hand seine dunkelgraue Verwandlungshülle. Als im Frühjahr das Programm für den KulturSommer am Kanal erarbeitet wurde, war Ruaridh zufällig in Ritzerau bei Gwendolin Fähser zu Besuch, der langjährigen Austaus­chfreundin seiner Mutter.

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Das Rote am unteren Ende entpuppt sich als Schlauchboot.

Fasziniert von der Brücke am Kanal, sagte er seine Teilnahme zu – sie war für ihn die ideale Location für die Schmet­terlings­geburt: Die Puppe konnte in freier Natur und am Wasser hängen, etwas besseres als eine Brücke hätte den Wechsel vom unreifen Stadium der Schmet­terlings­larve zur ausgewachsenen Phase des Falters nicht symbolisieren können.

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Endlich schlüpft auch der junge Schotte

Wie ein echter Schmetterling, war auch Wilkinson bei seiner Performance zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Von der Brücke aus stieg er über eine Strickleiter in seine mehr als mannshohe Puppenhülle ein, die zunächst jegliches Geschehen im Innern verbarg. Nur Bewegung war zu erkennen, dann ließen sich regelmäßige Pustgeräusche vernehmen. Warten. Schließlich tauchte am unteren Ende des Gebildes etwas Rotes auf, das sich mit weiterem Pusten – Ruairidh hatte inzwischen ungesehen auf der letzten Leitersprosse vom Sitz in den Kniehang gewechselt – als kleines Schlauchboot entpuppte und immer weiter aus der Umhüllung glitt, auf der Wasseroberfläche aufsetzte. Dann wurde auch von dem „schottischen Schmetterling“ immer mehr sichtbar, bis er sich am Ende mittschiffs quer zum Bug in das Boot gleiten ließ, dessen beide Hälften rechts und links von seinem Körper wie Schmet­terlingsflügel wirkten. Gemächlich paddelte der junge Künstler sodann ans Ufer, befreit und leicht erschöpft von der körperlichen Anstrengung und der brütenden Hitze unter der Hülle.

Nur wenige Radfahrer fühlten sich am Performance-Tag vom Publikum gestört, einige hielten sogar spontan an, um sich die Vorführungen mitanzusehen.

4 fertig.jpg

...und treibt befreit davon.

Auch wenn Ruairidh Wilkinsons Performance die begleitenden Erklärungen gut tun, wenn sie kein spektakuläres oder klassisches Event sind: Die Zuschauer „Under the bridge“ (so der Programmtitel) ließen sich’s gefallen. Und wie wir alle wissen, entsteht Kunst im Auge des Betrachters..

(Foto: Albrecht)

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